WhatsApp, Facebook & Co - Fall 1

Digitale Kommunikationsmittel sind eine gefährliche Falle für Cannabisuser die in die Fänge der Polizei geraten. Wenn auch nur der Verdacht der Weitergabe von illegalisierten Substanzen begründet werden kann, greift die Polizei je nach Verfolgungseifer auf Smartphone und Laptop zu. WhatsApp und Facebook-Chats oder Fotos sind für die Polizei ein offenes Buch. 

Fall 1 (2015): Die Polizei kontrolliert in einer Sommernacht von Samstag auf Sonntag einen jungen Mann. Dieser wirkt auf die Polizei „beeinträchtigt“ und gibt an noch in ein in der Musik- und Partyszene bekanntes Lokal unterwegs zu sein. Aufgrund dessen wird Kleidung und Rucksack durchsucht  weil die Polizei meint er sei ein „Suchtgiftkonsument“. Im Rucksack werden drei „Minigripsäckchen“ mit 1,9 gr Cannabiskraut, 0,5 gr und 3 gr Amphetamin gefunden. Der Betroffene geht „freiwillig“ mit zur Polizeiinspektion, macht aber keine Aussage. Daraufhin nehmen ihm die Beamten das Mobiltelefon ab, weil sie aufgrund der vorgefunden Mengen und des von ihm angegeben Lokals, welches er noch besuchen wollte, nun den Verdacht konstruieren, dass es sich um einen Suchtgifthändler und nicht um einen bloßen Eigenkonsumenten handelte. Die Argumentation scheint – tageslichttauglich formuliert – ziemlich weit hergeholt. Für das Gericht ist die Sicherstellung und das Auslesen des Telefons damit rechtmäßig gewesen. 

Empfehlung

Solange Prohibition herrscht keine digitalen oder analogen Spuren legen. Alle Hinweise auf schon abgeerntete grows penibel beseitigen. Keine Fotos, keine WhatsApp Chats, keine Bestellungen über Facebook, keine Dokumentationen über Ernteerfolge, nicht schriftlich und schon gar nicht digital usw.